Folgt den neuen Märkten das Chaos?

Die MWG-Stadträte befürchten noch mehr Staus und Unfall-Risiken / Kreisverkehr wäre die Lösung

 

Erschienen in MHTZ am 31.03.2007

Folgt den neuen Märkten das Chaos?

Die Stadträte der Münchberger Wählergemeinschaft (MWG) befürchten für die Zukunft nach der Öffnung der neuen Märkte chaotische Zustände im Industriegebiet Nord und an der Einmündung in die Staatsstraße 2194. Die Polizei teilt diese Bedenken. Die drei MWG-Räte fordern: Ein Kreisverkehr muss her, um Staus und Unfälle zu vermeiden. Vor allem die Lastwagen, die aus dem Industriegebiet zurück zur Autobahn fahren, verursachen an der Ausfahrt leicht Staus

MÜNCHBERG - Bei einem Ortstermin im Industriegebiet Nord schilderten Stadtrat Günter Ordnung, Manfred Hahn (Mercedes-Hahn)  und MWG-Fraktionsvorsitzender Max Petzold die Zustände an der Einmündung in die Staatsstraße zwischen Münchberg und Autobahn. Schon jetzt komme es während der Stoßzeiten vor, dass Autofahrer bis zu zehn Minuten warten müssten, bis sie endlich vom Industriegebiet in die Staatsstraße einbiegen könnten. Vor allem wenn mehrere Lastwagen hintereinander den Autohof verlassen, um etwa nach der Mittagspause zurück zur Autobahn zu fahren, bildeten sich immer wieder Staus. Und im Winter bei glatter Fahrbahn komme hinzu, dass die Lkws beim Anfahren nur mit Mühe die Steigung bewältigen könnten. Dann behinderten sie zusätzlich den Verkehr auf der Staatsstraße.

Für eine neue Straße entlang der A 9

Die Situation dürfte sich mit den Neueröffnungen im Industriegebiet massiv verschärfen, befürchten die drei Stadträte. Am kommenden Montag öffnet Aldi; es folgen NKD, der Drogeriemarkt DM und Burger-King. Durch die zusätzlichen Kunden, die zu erwarten sind, werde sich das Verkehrsaufkommen massiv erhöhen.

Das kann die Abbiegung nicht mehr bewältigen, befürchten Ordnung, Petzold und Hahn. Wir müssen uns deshalb dringend Gedanken machen, wie wir die Situation entschärfen können. Die Lösung wäre ihrer Meinung nach, die bisherige Einmündung in einen Kreisverkehr umzubauen. Zuständig hierfür sei das Staatliche Bauamt Bayreuth, da es sich um eine Staatsstraße handelt. Die Kosten, meinen die MWG-Räte, könnten sich Stadt und der Freistaat teilen.

Außerdem schlagen die drei Stadträte vor, eine weitere Zufahrt zu schaffen: Das Industriegebiet könne über eine neue Straße, die parallel zur Autobahn verlaufen würde, an die Kulmbacher Straße und die künftige Verlängerung der Münchberger Südumgehung angeschlossen werden. Diese neue Straße wäre etwa 1,3 Kilometer lang. Verkehrsanschlüsse mit ausreichender Kapazität seien wichtig; sonst würden den Unternehmen eines Tages Kunden wegbleiben, befürchten die Räte.

Demnächst Antrag im Stadtrat

Günter Ordnung hat das Anliegen ohne Erfolg schon einmal im Bauausschuss vorgetragen. Nun wollen er und seine Fraktionskollegen im Stadtrat einen Antrag einbringen mit der Forderung, dass die Stadt das Thema weiter verfolgt.

Gernot Schuler, Verkehrsbeauftragter der Münchberger Polizei, bestätigt: Oft sei die Verkehrssituation an der Einmündung schlimm und es werde mit Sicherheit noch erheblich schlimmer, wenn die neuen Märkte und Burger-King öffnen. Dann wird der Verkehr zunehmen. Vor allem in den ersten Wochen würden die Autos sicherlich Schlange stehen.

Die Unfallkommission, der das Staatliche Bauamt in Bayreuth, die Polizei und das Landratsamt angehören, beobachte die Entwicklung, berichtete Schuler. Wenn sich die Befürchtungen bestätigten, werde sie reagieren. Als Lösung biete sich tatsächlich ein Kreisverkehr an. Denn dafür sei ausreichend Platz da, der Verkehr bleibe flüssig und es fielen keine Unterhaltskosten an. Aber, sagt Schuler: Noch ist das alles Zukunftsmusik. 

HANNES KELTSCH