Münchberg

„Stärken vermarkten statt Schwächen bejammern“

 

Münchberg -

Im Zuge der bei der MWG-Jahreshauptversammlung 2009 formulierten Maxime „Stärken vermarkten statt Schwächen bejammern“ wurde eines der Aushängeschilder Münchbergs besichtigt. Vorstandschaft und Mitglieder der MWG mit 2. Bgm. Max Petzold machten sich ein Bild von den tollen Leistungen der Schulkantine am Münchberger Gymnasium. Die Schulkantine Pikant konnte im Mai in der Sendung Galileos Beste die Jury und den Koch mit den zubereiteten Speisen und v. a. mit dem PiKANT-Modell an sich so überzeugen, dass man den Preis „Beste (Schul)- Kantine Deutschlands“ nach Münchberg holte. 2008 hatte man im Rahmen eines Wettbewerbs des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz den 1. Preis errungen. Nicht eine Gruppe von Profiköchen ist hier am Werk, so berichtete der Betreuer und Initiator dieser Einrichtung, Studiendirektor Elmar Hofmann, sondern eine Arbeitsgruppe aus Schüler(innen), die in Freistunden bzw. in der knapp bemessenen unterrichtsfreien Zeit des G8 in der Schulkantine 500 Essen pro Woche zaubern. Täglich werden bis zu 190 Schüler(innen) verköstigt. Hier hat Frau Gabi Ruckdeschel, Leiterin und gute Seele der Schulkantine, alle Hände voll zu tun. Dirigieren, helfen, vorbereiten, koordinieren, organisieren und zwischendurch Seelentrösterin – keine einfache Aufgabe. Neben dem sehr knappen Budget ist auch der Platz äußerst knapp. Ein Speiseraum mit 90 Plätzen erwartet, verteilt auf zwei Schichten, am Donnerstag 180 Schüler(innen). Die Behauptung seitens verantwortlicher Kommunalpolitiker bzw. Verwaltungsbeamter, das Münchberger Gymnasium bzw. die Schulkantine seien räumlich überdimensioniert, kann aufgrund dieser Zahlen und den gestellten Anforderungen nicht stimmen. Auf die Frage der beiden Vorsitzenden der MWG, Ott und Weiß, wie denn der Speiseplan aussehe und finanziert werde, berichtete Elmar Hofmann Erfreuliches, aber auch weniger Erbauliches. Neben 4 gesunden, ernährungsphysiologisch wertvollen Mittagsspeisen incl. Salatbüfett, Nachspeise und Getränk (Saft, Tee, Mineralwasser) werde täglich von 7.15 – 7.45 Uhr ein sehr preiswertes Frühstück angeboten mit Müsli, Honig, Marmelade, Vollkornbrot, Käse, Wurst und Saft. Dass es seitens des Kreises bzw. des Landes keine Zuschüsse zu den Personalkosten gebe und man alles – auch den Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungen – aus den ‚Einnahmen’ selber finanzieren muss, bedauerte Hofmann sehr. Er wünsche sich, dass hier ein Zuschuss von 1.- Euro pro Essen erfolge, damit die Essensqualität und die für die Schüler erschwinglichen Preise weiterhin erhalten werden können. Es könne nicht angehen, dass Behörden-, Betriebs- und Unikantinen hoch bezuschusst werden, Schulkantinen sich aber selbst tragen müssen. PiKANT bietet mehr als Mittagsverpflegung. Die Schulkantine nach dem Münchberger Modell ist Treffpunkt für alle Schüler. V. a. lernen die aktiv Beteiligten soziales Verhalten, Verantwortung, Buchführung, Artikulation, Präsentation sowie Marketing quasi spielend nebenbei. Von besonderer Bedeutung ist, dass sich auch Erwachsene bzw. Lehrer mit der Kantine identifizieren und sie unterstützen. Man könne „von Schülern nur verlangen, was man selber zu geben bereit ist.“ Die Teilnehmer der MWG zeigten sich sehr beeindruckt, was Schüler und die Leiterin der Kantine, Frau Ruckdeschel, zu leisten bereit sind, bestärkt es doch die Meinung, dass Jugendliche viel besser sind als ihr Ruf. Dr. Herrbach brachte die Meinung der Besucher bei der Verabschiedung mit einem Satz auf den Punkt: „PiKANT wird mit Preisen überschüttet, aber bei den Kosten im Regen stehen gelassen.“ Die MWG will sich über die Stadt und den Kreis für eine konsequente Förderung der Schulkantine PiKANT einsetzen.

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