Immer mehr Brummis durch Straas -
Ergebnisse der Verkehrszählungen

Schwerlastverkehr in der Stadt nimmt dank der Südumgehung ab, aber nicht jeder profitiert davon

 

Erschienen in MHTZ am 17.04.2007

Die Südumgehung bedeutet für den Verkehr im Stadtgebiet Münchberg eine deutliche Entlastung. Das zeigt die jüngste Statistik des staatlichen Bauamtes Bayreuth. Verlierer in den letzten Jahren ist der Ortsteil Straas. Hier hat vor allem der Schwerlastverkehr zugelegt.

MÜNCHBERG Insbesondere auf der früheren Südtangente der Friedrich-Ebert-Straße ist der Verkehr deutlich zurückgegangen. Fuhren hier im Jahre 2005 noch täglich mehr als 10 000 Autos, sind es fünf Jahre später nur noch 4560 gewesen. Das entspricht einem Rückgang von 123 Prozent ein klares Indiz dafür, dass die Südumgehung den Verkehr geschluckt hat.

Für die Einwohner des Ortsteils Straas ist das freilich ein schwacher Trost. Da die Umgehung sie eben nicht umgeht, ist der Gesamtverkehr mit 5518 Fahrzeugen pro Tag ziemlich konstant geblieben. Die für Lärm- und Emmissionsbelästigung besonders wichtigen Laster dagegen sind mehr geworden. So stieg deren Zahl innerhalb von fünf Jahren um knapp zehn Prozent auf fast 500 Brummis pro Tag.

Einer der Gewinner der letzten Jahre ist dagegen der Ortsteil Mechlenreuth. Auf der Kreisstraße in Richtung Sparneck fahren täglich 5098 Fahrzeuge, das sind acht Prozent weniger als vor fünf Jahren. Und: Der Schwerlastverkehr nahm sogar um 18 Prozent auf jetzt 238 Fahrzeuge ab.

Verkehrsrückgang auf der Autobahn

Erstaunen rief im Bauausschuss bei der Vorstellung der Statistik eine andere Zahl hervor. So wurden auf der Autobahn auf Höhe des Ortsteils Plösen mit 54 961 nur knapp fünf Prozent mehr Verkehrsteilnehmer gezählt als im Jahr 2000, während der Schwerlastverkehr hier sogar rückläufig war minus 5,2 Prozent!

Für die Bundesstraßen 2 und 289 gilt: Es wird weniger. Die Vergleichszahlen wiesen in Mussen und am Pulschnitzberg sowie an der Ecke Bismarckstraße/Ludwig-Zapf-Straße jeweils einen Rückgang von fünf Prozent beim Gesamtverkehr auf. Etwas anders auch hier die Situation bei den Brummis.

Während in der Stadt ein Minus von fünf Prozent zu verzeichnen war (jetzt 222 Laster) und der Rückgang in Pulschnitzberg (122, minus 22 Prozent) noch deutlicher ausfiel, stellten die Zähler in Mussen (221, plus 52 Prozent) eine entgegengesetzte Entwicklung fest.

Bei der Diskussion regte Günter Ordnung (MWG) an, über eine Ampel oder einen Kreisverkehr bei der Einfahrt zum Gewerbegebiet Nord nachzudenken. Als Grund führte Ordnung an, dass durch die Ansiedlung von Aldi, BurgerKing und weiterer Geschäfte in dem Gebiet ein verstärktes Verkehrsaufkommen zu erwarten sei. Vor allem, wenn Laster das Gewerbegebiet verlassen wollen, gebe es schon jetzt regelmäßig erhebliche Behinderungen.

Für die leidgeplagten Anwohner der Parkstraße wird sich vorläufig nichts ändern. Allerdings kündigte Bürgermeister Thomas Fein eine eigene Zählung für diesen Bereich an. Bereits im Spätherbst hatte die Stadt in der Parkstraße eine Verkehrszählung durchgeführt, dabei aber vergessen, dass die Zählung wegen der gleichzeitigen Sperrung der Staatsstraße von Helmbrechts nach Münchberg nichts wert war.

VON ALEXANDER WUNNER